Streamingkonzerte und ihre Tücken

Corona bringt es mit sich, dass es so gut wie keine Live-Veranstaltungen mehr gibt, und, falls doch, diese nur unter Auflagen und einer geringen Zuschauerzahl (zumindest wenn es keinen (Teil-)Logdown gibt) stattfinden können. Zwangsläufig werden hierdurch die Ausgaben für die Vorbereitung und Durchführung einer Veranstaltung höher, die potenziellen Einnahmen demgegenüber geringer. Zu den Zeiten, wo Zuschauer zugelassen sind, müssen jeweils die geltenden Hygienevorschriften umgesetzt werden: Die Abstände zwischen den Zuschauern müssen stimmen, die Ein- und Ausgänge sollten getrennt sein, ein Hygienekonzept muss erstellt werden. Wie sieht es aus mit der Getränkeausgabe, wie viel Desinfektionsflüssigkeit muss vorhanden sein, wie und wo sollen die wenigen Zuschauer im Raum platziert sein? Etc.

Das Streaming selbst hat dann auch seine Tücken. Der Kopf des einleitenden Moderators, der direkt vor dem sitzenden Künstler steht, ist nur zur Hälfte zu sehen, der Ton ist viel zu leise, der Bildausschnitt sieht verschmutzt aus, da man bei der Bildauswahl keine Rücksicht auf die Lichtbrechung genommen hat, sodass die aufnehmende Kamera leicht geblendet wird.

Circa 17 Minuten nach dem Konzertstart haben sich folgerichtig die ersten Streamingzuschauer gemeldet und sich über den Ton und das Bild beschwert, was zu einer kurzen Unterbrechung führt, der Ton wird lauter gestellt, aber anstatt die Kameraposition zu ändern, wird aufgrund fehlenden Wissens mal kurz mit einem Tuch über die Linse der extra neu gekauften Webcam gestrichen, wobei sich leider die Kameraposition derart verschiebt, dass sich die Bildqualität mitnichten verbessert, sondern der gewählte Kameraausschnitt nochmals verschlechtert wird. Shit happens. Zumindest die Tonqualität stimmt jetzt aber, bei einem Konzert besser so als andersrum.

Was man sieht: So ein Streamingkonzert ist nicht leicht zu wuppen. Eigentlich bräuchte man hierzu einen einigermaßen talentierten Menschen an der Kamera und jemanden, der sich mit dem Ton auskennt. Das Problem: dies alles sind weitere zusätzliche Kosten, die sich allerdings nicht durch eine erhöhte Spendenbereitschaft der Zuschauer amotisieren würden. Denn natürlich gibt man ein Spendenkonto an, aber die Bereitschaft im Umsosnt-umsonst-Internet etwas zu geben sind leider nur gering.

Selbst bei einem Konzert mit Kamermann, bestem Ton und im Durchschnitt 500 Zuschauern kommt leider häufig nur ein Spendenbetrag von 150 € zusammen. Hiervon müssen dann der Kameramann, die Musiker, die Ausgaben für Werbung etc. bezahlt werden. Mit 150 €? Nein, so geht es einfach nicht.